Drei Wochen lang haben wir jetzt die neue Sitzordnung ausprobiert. Auch wenn manche Eltern besorgt sind, weil die meisten Kinder jetzt nicht mehr frontal zur Tafel schauen, haben wir diese Probezeit positiv wahrgenommen.
Mit dem Umräumen ging auch einher, dass die Kinder sich jetzt in vielen Arbeitsphasen irgendwo im Raum einen Arbeitsplatz suchen dürfen. Da sieht der Raum schon mal plötzlich sehr leer aus:

Nein, das ist kein Bild aus einer Teilungsstunde.
Die Kinder verstecken sich auf Kissen und Hockern auf dem Boden:

Oder arbeiten auch gern mal im Stehen:

Manche suchen auch die Ruhe an einem Tisch, der zur Wand zeigt. Hier lenkt einen das, was drumherum passiert, nicht so sehr ab.

Natürlich gibt es auch Kinder, die weiterhin gern „ganz normal“ an ihrem Platz (oder auch mal neben der Freundin) arbeiten:

Alle Kinder arbeiten in diesen Phasen meist sehr motiviert und genießen es, dass sie sich auch mal kurz mit anderen Kindern austauschen können. Bisher habe ich stets beobachten können, dass auch die Kinder, die sich sonst eher wegträumen bei dieser „freieren“ Arbeitsform besser arbeiten und länger bei der Sache bleiben, als zu der Zeit, als alle noch frontal saßen.
Auch die Befürchtung, dass die Kinder jetzt mehr Zeit mit „Quatschen“ vertrödeln als mit Arbeiten, hat sich nicht bewahrheitet. Ja natürlich habe ich hin und wieder belauschen können, wo die Familie die Osterferien verbringen wird oder welches Pokémon man wohl am Besten gegen ein Feuerpokémon einsetzen sollte… Aber das waren stets so kurze „Zwischengespräche“, dass ich mit „Darüber-Schimpfen“ mehr Zeit verbraucht hätte, als die betreffenden Kinder brauchten um wieder zum Thema zurückzukommen bzw. weiterzuarbeiten.
Ein bisschen üben müssen wir noch, dass es nicht zu laut wird, sodass sich auch die Kinder konzentrieren können, die fremde Gespräche nicht so gut ausblenden können. Aber da bin ich guter Dinge, dass wir das auch hinbekommen.
Ach! Und bei Aufgaben, bei denen es auch auf eine ordentliche Sitzhaltung (wie z.B. das Schönschreiben im Schreibschriftheft) ankommt, sitzt selbstverständlich weiterhin jeder an seinem Platz:

Also: Alles in allem bin ich sehr zufrieden und werde diese Raumgestaltung wohl bis auf Weiteres so beibehalten. 😀